Lager Rüstersiel

Das Lager Rüstersiel bestand zu Beginn im März 1933 aus nur einer Wohnbaracke. Hier war ein Freiwillige Arbeitsdienst (FAD) untergebracht. Noch im gleichen Jahr kamen 2 Wohnbaracken und 2 Schuppen gebaut. Nachdem am 2. Mai 1935 eine Baracke abgebrannt war, kamen 2 weitere Wohnbaracken, sowie eine Verwaltungsbaracke und ein weiterer Geräteschuppen hinzu.
Am 1. Oktober 1935 schieden alle Gebäude aus dem Brandkassenregister aus. Dies kann ein Hinweis auf Übernahme durch den Reichsarbeitsdienst sein.
Im Herbst 1938 war vorübergehend die Räumung des Lagers geplant, da die Stadt das Lager übernehmen wollte. Diese wurde aber nicht vollzogen, da das neue Lager in Hooksiel noch nicht fertiggestellt war. Nun sollten hier zukünftig 250 anstatt der bisher 180 Arbeitmänner untergebracht werden.

Im November 1938 genehmigt das Oberkommando der Marine (OKM) die käufliche Übernahme des RAD-Lagers und seine Verwendung als Grundstock eines künftigen Unterkunftslagers. Der Umbau ging zügig voran, denn bereits im Juni 1939 wurde angekündigt, dass ab 01.10.39 eine größere Menge Arbeiter im fertig werdenden Lager Rüstersiel untergebracht werden sollten

Lager Altengroden II, Kurt-Schumacher-Str.

Über dieses Lager ist relativ wenig bekannt. Das Lager befand sich zwischen der damaligen Umfangstraße (Kurt-Schumacher-Str.) und dem Altengrodener Weg. Es wird zwar des Öfteren als Reichsarbeitsdienstlager bezeichnet, aber ob wirklich eine Belegung durch den Reichsarbeitsdienst erfolgt ist, kann nur vermutet werden. Es scheint aber wahrscheinlich, dass eine Nutzung auf jeden Fall auch durch die Organisation Todt für Arbeitskräfte im Luftschutzbau erfolgte.

Das Lager bestand aus insgesamt 11 Gebäuden (6 Unterkunftsbaracken, 1 Wirtschaftsbaracke, 1 Wasch- und 1 Abortbaracke, sowie 2 Stahlbaracken).

Nach Ende des Krieges wurde das Lager zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt und 1953 abgerissen.

Lager Kirchreihe

Das genaue Entstehungsjahr ist nicht bekannt. Er wird aber das Jahr 1938 angenommen. Als Eigentümer wurde das Deutsche Reich benannt. Demnach ist es wahrscheinlich  Wehrmachtslager oder für den Reichsarbeitsdienst errichtet worden.

Es gibt lediglich Erwähnungen durch Zeitzeugen, dass dieses Lager durch den Reichsarbeitsdienst während des Krieges belegt war. Ab 1942 war es aber wahrscheinlich eine reine Gemeinschaftsunterkunft für Arbeiter unterschiedlicher Nationalitäten.  1960 wurde das Lager abgerissen.

Lager Mühlenweg, Sudetenstraße (Ölhafendamm)

Hier sollte eine Unterkunftsmöglichkeit für rund 3000 Arbeiter geschaffen werden. Er handelte sich aber nicht um ein Barackenlager. Er bestand auf 5 Unterkunftsblöcke. Im Laufe des Krieges wurden die Blöcke durch verschiedene Einheiten und Fremdarbeiter belegt. Es handelte sich also nie um ein reines RAD-Lager.

 Es wurde lediglich festgestellt, dass der Block III im Mai 1943 durch Männer des Reichsarbeitsdienstes belegt waren.

Lager Anzetel (Sengwarden)

Dieses Lager war ursprünglich ein Arbeiterlager, dass ca. 1938 entstand um die Arbeiter zum Bau der Kasernenanlage Wehlens (heute Admiral-Armin Zimmermann-Kaserne) zu beherbergen.

Nach heutiger Kenntnis war das Lager Anzetel westlich der Sengwarder Landstraße, Höhe Anzeteler Weg gelegen.

Ab 1943 kamen  hier Einheiten (Nummern nicht bekannt) unter, die beim Küstenbau und der Vordeichung eingesetzt waren.  Das Lager wurde ab 1946 als Flüchtlingslager genutzt und erst 1959 geräumt.

Lager Hooksiel

Dieses Lager war für den Reichsarbeitsdienst geplant. Die Fertigstellung war für den Spätsommer 1938 geplant. Diese Lager sollte ursprünglich 200 Mann für Durchführung von Meliorationsarbeiten und von Schlengenarbeiten an der jeverländischen Küste auf der Strecke Voslapp – Hohenstiefersiel aufnehmen. U. a. auch Arbeitsmänner aus Rüstersiel.

Die Verlegung scheiterte aber , da das Lager nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde. Ob dort später eine Stationierung einer RAD Einheit erfolgt ist z. Zt. nicht bekannt.  Belegt ist nur, dass dort während des Krieges Personal der Flugabwehr untergebracht war.


 Quelle: Das Lager ist wichtiger als der Lohn (ISBN: 978-3-941929-00-5)

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